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BlogPost

Dienstag, 2. September 2014

Am Polit-Pranger *** USA errichten finanzielle Mauer gegen Pass-Flüchtlinge!




Erosion der Weltmacht: 

USA errichten Mauer gegen Pass-Flüchtlinge

Markus Gärtner

Die USA bauen das Finanz-Äquivalent einer Berliner Mauer. Weil amerikanische Bürger in Rekordzahlen ihre Pässe zurückgeben und das Land verlassen, hebt das Außenministerium in Washington die Gebühr, die für die Aufgabe der Staatsbürgerschaft verlangt wird, um stattliche 422 Prozent auf 2.350 Dollar an.

Für viele der 315 Millionen Amerikaner kostet es also einen Monatslohn, wenn sie der siechenden Supermacht den Rücken kehren und sich ausbürgern lassen.

»Die Nachfrage nach dieser Dienstleistung hat dramatisch zugenommen und verursacht viel mehr konsularische Arbeitszeit«, begründet Staatssekretär Patrick Kennedy den Gebühren-Schocker. Weil den USA entgeisterte und steuermüde Bürger in Scharen davonlaufen, ist die Wartezeit auf das nötige Austritts-Interview bei den Behörden auf vier Wochen bis sechs Monate in die Höhe geschnellt.
Kein Wunder also, dass jetzt ein finanzieller Schutzwall gegen die Pass-Flüchtlinge errichtet wird. Seit 2012 hat die Zahl der Amerikaner, die ihrem Land den Rücken kehren, laut dem Magazin Forbes um 221 Prozent zugenommen.

Mit etwa 800 Ausbürgerungsanträgen pro Quartal ist das zwar noch keine biblische Auswanderungsbewegung. Aber die Zuwächse sind enorm. Für die anschwellende Fluchtbewegung gibt es vor allem zwei triftige Gründe. Der Foreign Account Tax Compliance Act − 2010 vom Kongress verabschiedet − soll die Steuervermeidung von Amerikanern im Ausland unterbinden. Seit drei Jahren müssen dem heimischen Fiskus alle ausländischen Vermögen ab 50.000 Dollar gemeldet werden. Das war der erste Schlag.

Jetzt folgt der zweite: Banken müssen nun alle Auslandskonten von Amerikanern melden. Die Reaktion ist heftig. Von 2012 auf 2013 hat sich die Zahl der Amerikaner, die ihren Pass zurückgaben, auf 3.000 verdreifacht. Seit dem Krisenjahr 2009 hat sie sich vervierfacht. Die Rückgabe des Passes ist aber nur eine Weise, in der Amerikaner auf strengere Steuereintreibung und das Ende des kollektiven Traums vom Tellerwäscher zum Millionär reagieren. Andere verabschieden sich desillusioniert aus dem Arbeitsmarkt und geben die Jobsuche völlig auf.

Das lässt die Arbeitslosenrate sinken, obwohl die Firmen enttäuschend wenig neue Jobs produzieren. Andere Amerikaner nehmen wieder mehr Schulden auf oder plündern ihre Pensionsersparnisse, um den Lebensstandard trotz höherer Preise, stagnierender Löhne und schwacher Job-Perspektiven zu verteidigen. Ihre Zuversicht in die Zukunft des eigenen Landes ist nachhaltig erschüttert.

Auch Firmen fliehen immer öfter – ebenfalls vor den US-Steuern. Zahlreiche US-Konzerne haben in den vergangenen Monaten Unternehmen in Europa oder anderswo in Übersee gekauft, nur um die Zentrale aus den USA verlegen zu können.

US-Präsident Barack Obama hat diese Steuerflucht als »unpatriotisch« gegeißelt. Aber sie reißt nicht ab. Die jüngste Meldung stammt von der Fast Food-KetteBurger King. Diese will jetzt 51 Prozent der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons für 11,4 Milliarden Dollar erwerben.

Damit sind die Austrittskarten für Firmen in vielen Fällen ein paar Millionen Mal teurer als die Fluchtgebühr für Privatpersonen mit amerikanischem Pass. Doch es ist gerade das Preisschild, das zeigt, wie brisant und vielsagend diese Bewegung geworden ist.



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René Sehringer - Journalist VDPJ - Rio de Janeiro
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